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Auswirkungen auf das Huasco-Tal
Das Wasser (DAS LEBEN DES TALES)
Das durch die Ausbeutung der Minen am schwerwiegendsten beeinträchtigte Element ist das Wasser. Die Minenausbeutung beeinflußt sowohl dessen Quantität als auch Qualität, vgl. Gletscher. Dieser Punkt ist sehr besorgniserregend für das Tal, da schließlich alle wirtschaftlichen Aktivitäten vom Wasser abhängen.
a) Wassermengen:
Bereits im Prozess der Metallgewinnung ist eine sehr große Menge an Wasser notwendig. Wird genug Wasser übrigbleiben für das Leben des Tales?
Die großen Minen brauchen für chemische Prozesse große Mengen an Wasser. Im estudio del impacto ambiental (EIA) wird nur eine Menge von maximal 42 l/sek angegeben, die auf der chilenischen Seite aus dem oberen Flussmündungsgebiet des Río Estrecho entnommen werden soll (EIA 2-18). Diese Wassermenge erscheint nicht sehr groß, auch wenn sie fast ein Drittel der Menge an Wasser darstellt, die der Fluß derzeit führt (130 l/sek.). Außerdem wird nicht die Quantität genannt, die dem Río Toro zum Gießen der Wege entnommen werden soll (EIA 2-17). In trockenen Jahren (ohne Niederschläge) wird im EIA eine Menge von nur 32 l/sek. festgelegt, ohne daß zu diesem Punkt jedoch die Junta de Vigilancia (verantwortliches Gremium für das Wasser) konsultiert wurde. Darüberhinaus würde auch unabhängiges Personal fehlen, das den Wasserkonsum des Unternehmens kontrollieren könnte.
Wieviel Wasser bleibt also übrig? Fälle aus dem Norden Chiles sind bekannt, in denen Flüsse komplett ausgetrocknet sind - so zum Beispiel im Falle des Calama-Flusses und der Chuquicamata-Mine.
b) Wasserqualität:
Die Substanzen, die im chemischen Verarbeitungsprozess verwendet werden und die daraus zurückbleiben, sowie die, die aufgrund der Arbeitsweise in Tagwerk zurückbleiben, beeinflussen die Qualität des Wassers und auf diese Weise Gesundheit und Leben.
Chemische Minenverarbeitungsprozesse und gefährliche Substanzen
- In den chemischen Verarbeitungsprozessen verwendet man, um 1 Tonne Kupfer herzustellen, neben 320.000 l Wasser 2700 l Schwefelsäure.
- Im Jahr benötigt man für den Verarbeitungsprozess 16.755 kg Zyanid (EIA, 2-14). Zyanid ist ein extrem giftiges Element (1 Gramm tötet 10 bis 15 Personen).
- Ein weiteres Element, das beim Prozess Verwendung findet und das Barrick einsetzen wird, ist Quecksilber im Umfang von 29 Tonnen jährlich (EIA 2-2).
Diese Substanzen müssen darüberhinaus zur Mine hin- oder von ihr wegtransportiert werden. Wahrscheinlich soll dies auf chilenischer Seite geschehen: von Vallenar über die gefährlichen Kurven am Stausee entlang, weiter auf den kurvigen Wegen durch die Täler von El Tránsito und San Felix, am Fluß entlang und durch die Dörfer hindurch.
In welcher Weise würde in Notfällen reagiert werden? Was würde im Falle eines Lastwagenunglücks passieren, wenn ein mit gefährlichen Substanzen beladener LKW in den Stausee Santa Juana stürzen würde?
Im EIA wird darüber nachgedacht, ob der Sondermüll eventuell zeitweise in speziell dafür eingerichteten Behältern aufbewahrt sollte (EIA 1-9). Sollte sich das nicht vollkommen von selbst verstehen: daß für sichere Aufbewahrung gefährlichster Güter Sorge getragen wird?!
Tagebergbau und wassergefährdende Säuren
In den goldhaltigen Depots in der Kordillere findet sich natürlich eingeschlossenes Arsen im Gestein. Wird das Gestein unter offenem Himmel bewegt und fällt Wasser auf das Gestein, so wird diese Säure freigesetzt, da sie sehr leicht wasserlöslich ist. Dies ist eine Problematik speziell des Tagebergbaus, da bei dieser Arbeitsform das Gestein den Niederschlägen ausgeliefert ist. Um eine Tonne Mineral zu gewinnen, bleiben 5 Tonnen unbrauchbares Gesteinsmaterial zurück, durch das auf die beschriebene Weise Arsen freigesetzt wird (EIA 2-9).
Das Unternehmen schlägt eine Handhabung des säurehaltigen Wassers vor (EIA 2-20, 21) in der wir allerdings noch viele Gefahren für die Qualität des Wasser sehen. Zum einen, da die Säuren, die im Minenschlund entstehen, nicht berücksichtigt werden. Zum anderen wird das Thema des Grundwassers nicht behandelt, und auch nicht eine geplante Vorgehensweise nach Schließung der Mine. Es besteht die Gefahr, daß das Wasser bis zu hundert Jahre nach Schließung beeinträchtigt bleiben kann.
Wer würde daher die Wasserqualität nach der Schließung kontrollieren oder garantieren? Und wer würde noch Weintrauben und Oliven kaufen, wenn das Wasser des Tales mit Arsen vergiftet wäre?
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